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Follower – Stalker für einen Tag
Follower Lauren McCarthy

Follower – Stalker für einen Tag

Follower, Follower, Follower! Die ganze Welt dreht sich eigentlich nur noch darum, wie viel Follower man auf Facebook, Twitter oder Instagram hat. Im Grund ist die Frage, wie viele Menschen einem folgen, wie ein virtueller Schwanzvergleich. So kann man seinen Fans und Followern auf Facebook oder Twitter immer Bescheid geben, wo man sich beispielsweise gerade aufhält und was man gerade tut. Auch wenn es nur der Gang aufs Klo ist oder der Blick in den Kühlschrank, über die man online berichten muss. Die Fans können einen dann auf Schritt und Tritt verfolgen und wissen dann teilweise sogar die intimsten Details. Was aber, wenn einem im echten Leben tatsächlich Menschen zu jedem Zeitpunkt und rund um die Uhr verfolgen würden? Erinnert einen dies nicht eher an einen Stalker? Um diese Fragen auf den Grund zu gehen, hat die 28-jährige Künstlerin Lauren McCarthy eine App ins Leben gerufen, bei der man eine Person bestellen kann, die deinen den ganzen Tag verfolgt. Mit der App „Follower“ wird man so also einen ganzen Tag von einer unbekannten Person beobachtet. Das klingt nicht nur skurril, es ist auch skurril. Aber eigentlich wird mit der Follower-App doch nur auf die penetrante Selbstdarstellung in den sozialen Medien aufmerksam gemacht. Der Follower bekommt permanent die GPS-Daten gesendet, die gestalkt werden möchte. Dazu muss man sich natürlich auf der Webseite des Projekts anmelden und einen triftigen Grund nennen, wieso man einen eigenen Stalker haben möchte. Dann bekommt man die lapidare Nachrricht, „Ihr Follower folgt Ihnen nun. Sie werden ihn nicht sehen, aber er ist da und verfolgt alles, was Sie tun“ und das Realexperiment kann somit beginnen. Die gestalkte Person bekommt dann regelmäßig Bilder, die beweisen, dass man gerade gestalkt wird, mit dem zusätzlichen Hinweis „ich beobachte dich“. Hinter dem Stalker steckt übrigens Erfindern Lauren McCarthy selber, die damit aufmerksam machen möchte, dass man mit der permanenten Onlinepräsenz die eigene Privatsphäre aufgibt, Big Brother lässt grüßen. Die Follower-App ist bei iTunes verfügbar, der Service ist vorerst nur in New York möglich, denn nur da kann die Erfinderin die Menschen auch tatsächlich daheim, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder beim Shoppen beobachten. Dass die App in den iTunes-Store kommt, war übrigens gar nicht so einfach und Apple weigerte sich, die Stalking-App aufzunehmen, bis die Erfinderin Apple überzeugen konnte, dass hinter Follower eher ein Fingerzeig an die Gesellschaft steckt.

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